Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin

Der Tag X

 

Ein humoristisches Stück über den Geschäftsmann Robert Frischknecht, seiner Frau und seiner Sekretärin.

Seine Frau und seine Arbeitskollegin finden in seinem Büro einen Termin-Kalender, der eine Menge Eintragungen enthält – bis zu einem ominösen „Tag X“. Danach finden sich keinen Eintragungen mehr. Zuerst denken sie, dass er sich gerade in einer Midlife-Krise befindet, dann fürchtet sie, dass er sterben wird. Als Robert schliesslich in sein Büro kommt, informiert er sie, dass der „Tag X“ der Tag ist, an dem er sich entscheiden will, Christ zu werden. Die Tage vor der Entscheidung sind mit Dingen angefüllt, die Spass machen, weil damit vorbei sein wird, wenn der Tag X erst einmal kommt.

 

Themen:  Falsche Vorstellungen über den christlichen Glauben, Lebensfreude trotz Christsein? Der Spass ist aus...... Das Kreuz auf sich nehmen. In Knechtschaft leben – Gebote und Gesetzte..

Schauspieler: 2 Frauen, 1 Mann, Robert und Elisabeth Frischknecht, Frau Petra Sturz, Sekretärin

Dauer: 8 :45

 


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Schauspieler: 2 Frauen, 1 Mann, Robert und Elisabeth Frischknecht, Frau Petra Sturz, Sekretärin   
Zeit: 8 :45
Requisiten:
Folgende Requisiten vor Ort bereitstellen:
Grosser schöner Schreibtisch mit vielen Schubladen, dazu passender Bürostuhl, Notebook, plus 3  dazupassende Bürostühle

Terminkalender, Taucherausrüstung: Flossen, Brille, Foto von Fr. Frischknecht auf dem Schriebtisch. Akten für Frau Sturz, Spitzenunterwäsche. optische Brillen, Brillenetui, Anzug, Trenchcoat, Aktenkoffer,  Agenda, Schuhe.



Regieanweisung an Schauspieler: spielt im Sommer, Sommerkleidung,
Das Tier herauslassen, Frau Frischknecht Handlung hoch wichtig nehmen: sie will es jetzt rausfinden und hat nur eine halbe Stunde Zeit,
Beziehung zwischen Frau S und Frau F: Kennen sich gut, sind miteinander vertraut,
Frau Sturz, leicht und locker,  die Sekretärin, hat anfänglich einen höheren Status als Frau Frischknecht – bis Herr Robert Frischknecht auftaucht. Dadurch bekommt Frau Frischknecht den Höchsten Status – Frau Sturz den Tiefsten. Frau Frischknecht: Kämpfen – von einem Staunen ins Nächste...
Die Szene soll schnell gespielt werden.
Wie ist die Beziehung zu Frau S und Frau F
 
Man sieht ein Büro mit einem grossen Schreibtisch und einem Stuhl /einigen Stühlen. Büroschreibtisch mit Schubladen, Bürostuhl.  Zu Beginn der Szene kramt Elisabeth in den Schubladen und unter dem Tisch herum.

Frau Sturz     (Man sieht Frau Frischknecht herumwühlen
Zu Beginn so beschäftigt dass sie überhaupt nichts hört, die Haare stehen ihr zu Berge (Maske)
– Frau Sturz kommt mit ein paar Dokumenten herein) Herr Frischknecht,?   (sind sie noch da?) (Bemerkt die Unordnung aber nicht Elisabeth Frischknecht, die gerade hinter dem Schreibtisch kniet und in de Schublade schaut) Was ist denn hier los? (Geht zum Tisch, sieht Elisabeth) Oh, Frau Frischknecht?
Frau Frischknecht    (Frau Frischknecht schreit auf)  Oh, Frau Sturz, sie sind es!
Frau Sturz        Guten Tag!
Frau Frischknecht    Sie haben  mich vielleicht erschreckt. (Halber Herzinfarkt)
Frau Sturz        Ja... was machen sie denn da?
Frau Frischknecht    Ich durchsuche das Büro meines Mannes! Oder wie würden Sie das nennen? (blöde Frage)  Er ist auf Mittagspause.
Frau Sturz        Was suchen sie denn??  
Frau Frischknecht    Einen Beweis, ein Indiz, Ja, einen Namen, eine Adresse, eine Telefonnummer auf einer Streichholzschachtel....
Frau Sturz            Sie haben wohl etwas zu oft Colombo geguckt...
Frau Frischknecht    Ich brauche keine Fernsehkrimis.  Frau Sturz, mein Mann hat  ein Verhältnis.  (Geständnis)
Frau Sturz    (Lacht) Herr Frischknecht?  Ein Verhältnis ? Mit einer anderen Frau?
Frau Frischknecht    Nein, mit einen Orang- Utan!
Frau Sturz    Frau Frischknecht, wir reden doch über den gleichen Mann, nicht? Herr Frischknecht, mein Chef, beziehungsweise ihr Mann würde doch nie....
Frau Frischknecht    Frau Sturz! Wissen sie, was er letzte Woche gemacht hat?  Er stürzte sich von der Brücke! Bungee – Jumping! (angespornt werden von ihrer Reaktion)
Frau Sturz            Ihr Mann?
Frau Frischknecht    Und vor zwei Wochen Fallschirm springen!
Frau Sturz            Der Boss?    
Frau Frischknecht    In den letzten vier Wochen ist er (Geheimnisse erzählen)  Heissluftballon geflogen,  war im neuen Spiel – Casino, beim Wildwasser Rafting, hat beim Windhundrennen mitgewettet und gestern Nacht war er in der Samba – Lulu - Diskothek!  
Frau Sturz            Samba-Lulu? Der Chef?
Frau Frischknecht    ( zur Jacke) In den langen achtzehn Jahren unserer Ehe war ich schon glücklich, wenn ich ihn einmal zu einer kurzen Partie Minigolf bewegen konnte.
Frau Sturz    (beruhigend -  zum Sttuhl) Ganz klar:  Er steckt so richtig in der Midlifecrisis. Entspannen sie sich,  Frau Frischknecht. Aber das heisst doch noch lange nicht, dass er ein Verhältnis hat.
Frau Frischknecht    Ich wollte es auch nicht glauben, bis heute Morgen. Das hab ich soeben unter seiner Wasser abweisenden Jacke gefunden...  (Sie zieht die Damenunterwäsche aus einer Schachtel und gibt sie Frau Sturz, ekelhaft, grausen)
Frau Sturz    (nimmt Damenunterwäsche) Tja, das sieht wirklich nicht sehr abweisend aus.
Frau Frischknecht    Sehen sie jetzt, was hier läuft?
Frau Sturz    (Hält die Unterwäsche hoch uns die Hand dahinter)  Ja. Ich hab so ziemlich den Durchblick
Frau Frischknecht    Frau Sturz, ich sag ihnen, wenn ich das nicht.....
Frau Sturz    (cool) Der Chef ist offensichtlich persönlich in einen dieser Läden (Sex – Shops) gegangen und hat es für sie (Sie meint Frau Frischknecht)  gekauft!  
Frau Frischknecht    (Verzweifelt) Es ist für seine heimliche Geliebte!  
Frau Sturz    (Unterbricht sie neugierig) Was meinen sie, was kosten diese ... Teile?
Frau Frischknecht    (Sie entreisst ihr die Unterwäsche) Kosten? Das ist mir Wurst, Frau Sturz, was die kosten! Mein Mann treibt sich heimlich mit einer anderen herum! Ich muss sofort wissen, wer es ist!
Frau Sturz    Das ist bestimmt ein Missverständnis.
Frau Frischknecht    (Versucht sich zu beruhigen) Wie verhält er sich denn im Büro? Gibt es sachdienliche Hinweise?
Frau Sturz    Na ja, er geht in letzter Zeit oft essen –(  F.Schreit auf) in exquisite  Restaurants.
Frau Frischknecht    Ich wusste es !  Mir wem?! (Pause,geht nach vor ) Geht.... er..... mit... ihnen, Frau Sturz?? (schockiert über den Gedanken)
Frau Sturz    Ach, Quatsch ! Haben sie schon in seinen Terminkalender geschaut?
Frau Frischknecht    (Nimmt den Terminkalender aus seinem Aktenkoffer, im Koffer wühlen) Nein! Genial. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. (Sie wirft ihr verunsichert den Kalender zu) Nein. Ich schaff das nicht. Bitte schauen sie. (wirft ihr den Terminkalender zu, während Frau Sturz vorliest: Beten)
Frau Sturz    (fängt Terminkalender auf=heiss) Ok. (Sie schaut den Kalender durch) (Na bitte): Hier....diese Woche:  eine Höhlenwanderung, eine Akrobatik- Show, eine Akupunkturbehandlung, Joga,  Schiessübungen mit Maschinengewehr – und Pump-Gun - ganz schön unternehmungslustig geworden, der Herr Chef. (F.versucht sich anzuschleichen)
Nächste Woche: Montag, Nachmittag:  Flaschentauchen!  Dann: Spidergalaxy – Tanzschuppen...
Frau Frischknecht    Spidergalaxy-Tanzschuppen?
Frau Sturz    danach  Hotelbesuch, Dienstag:  Arzttermin (Elisabeth wird immer emotionaler, während sie zuhört), dann  Tag X“ .....und dann.....leer.....aus..... überhaupt nichts mehr....
Frau Frischknecht    Was... Was heisst überhaupt nichts mehr?
Frau Sturz    Einfach gar nichts mehr. Der Tag X ist Mittwoch nächste Woche. Und danach keine Eintragungen mehr.  Keine Verabredungen. Null. Einfach nichts.
Frau Frischknecht    Das ist höchst seltsam.
Frau Sturz        Absolut.
Frau Frischknecht    Was in aller Welt bedeutet Tag X  ?  
Frau Sturz    Keine Ahnung. Sicher ein entscheidendes Meeting. Oder ein Xylofonkonzert. Oder eine heimliche Operation seiner unvorteilhaften X – Beine!
Frau Frischknecht  X-Beine?
Frau Sturz        X..... X......Xenia.
Frau Frischknecht    (Aufgeregt) Xanthippe!
Frau Sturz        Keine Panik ! Ich denke nur laut.
Frau Frischknecht    x..x..x..x large...Was gibt´s sonst noch?
Frau Sturz    Hm X...ein Kreuz..., vielleicht ist er krank.
Frau Frischknecht    Krank...(Kreuz) –Frau Sturz, sie denken doch nicht....
Frau Sturz    Nein, nein, bestimmt nicht. Er hat eine Gesundheit wie ein Ochse.  
Frau Frischknecht    Stimmt – (lachen) wie ein Ochse (Pause ) Was war der letzte Eintrag vor dem Tag X? (Terminkalender nochmals geben)
Frau Sturz        Ah... ein Arzttermin!
Frau Frischknecht    (weint) (Dann stimmt es doch):  X .. ein Kreuz...Oh Gott, er ist krank, Frau Sturz. ...X. Ein Kreuz.  (weinend) Er muss vielleicht sterben. (Schluchzt auf, stösst dann hervor.)  - Oh, Gott – Oh Gott sei Dank! (sie umarmen sich)
Frau Sturz        Frau Frischknecht!
Frau Frischknecht    Nein, ich meine, ich bin einfach so froh, - er hat kein Verhältnis!– obwohl dann auch sein letztes Stündchen geschlagen hätte.
     Grosser Gott, Verstehen sie nicht, Frau Sturz, jetzt ist alles klar. Er möchte sein Leben noch mal völlig auskosten (Jacke lieb haben), Er macht alles was ihm möglich ist, bevor er...(Wieder sehr emotional) Oohh Gott, der Arme!
Frau Sturz            (ev. generft? ) Was sollen wir denn jetzt machen?
Frau Frischknecht    (F beruhigt S) Er wollte uns nur nicht beunruhigen. Ich denke, das Beste ist, (beginnt wieder Ordnung zu machen) wir machen kein grosse Aktion daraus. Ich hab ihn einfach besonders lieb und.....
 (Robert kommt mit einer Tauchermaske und Schwimmflossen herein, Frau Frischknecht wechselt rasant in  eine unauffällige Position, starrt ihn an, weiss nicht wie reagieren, gespannt)

Robert    (Begeistert) Hallo ihr Zwei ! Was machst du den hier? Schaut euch mal diese  Taucherausrüstung an. Halber Preis! Hab ich in der Mittagspause ergattert.
Frau Frischknecht    (Sie schreit auf, stützt sich auf Robert umarmt ihn), oh Robert, oh mein Honigbär. Ich liebe dich so sehr! (über alles in der Welt)  Warum hast du mir nie etwas davon gesagt? Warum hast du alles geheim gehalten?
Robert    Ich wusste nicht, ob du mitgehen würdest....
Frau Frischknecht    Oh, mein Honigbär. Du weißt doch, dass ich überall mit dir gehen würde, wenn ich nur könnte...
Robert            Aber du hasst doch jede Art von Wassersport!
Frau Frischknecht    (schreit) Ich rede doch nicht vom Tauchen. Ich rede vom...(Schluchzt, nicht aussprechen wollen) Tag X.
Robert            (wird ernst -  Pause)   Tag X ....Wie habt ihr das herausgefunden ?
Frau Sturz    Herr Direktor Frischknecht,  -in Namen der Firma - ich kann ihnen gar nicht sagen, wie leid uns das tut.
Robert    (Danke.) Jetzt versteht ihr sicher auch, warum ich noch all diese Unternehmungslüste habe, jetzt habe ich doch noch meine Freiheit! Mein Leben! Wenn ich meine Entscheidung dann  einmal umgesetzt habe, (Gefühle übermannen ihn) dann ist mein Leben ja so ziemlich vorbei..
Frau Frischknecht    (Schluchzend)  Oooh, mein Honigbär ...
Robert    (Zu Frau Sturz ) Sehen sie, deswegen habe ich ihr nichts davon gesagt.
Frau Sturz    Ja, äh, Herr Frischknecht... sie werden sich doch nicht selbst ein Ende setzten?   
Robert            Wenn sie so wollen – doch ..
Frau Sturz    Das ist eine ernste Angelegenheit! Äh, haben sie wenigstens die Meinung eines Experten eingeholt?
Robert    Ich denke, ich weiss wies geht.
Frau Sturz    (ernst zu Robert) Die Firma und ich, wir alle werden sie sehr verm....
Frau Frischknecht    (umarmt FrauS. in Tränen aufgelöst) Oohhhh....
Robert    (staunen)   Was ist mit euch beiden eigentlich los? Ihr tut ja so, also ob ich gleich sterben würde.
Frau Frischknecht    Wieso? Stirbst du denn nicht?  
Robert            Nnnnein...(Staunen)
Frau Frischknecht    (blick  zu Frau S )  Was heisst denn  hier „Nein“?
Robert    (verunsichert, verlegen) Wie kommt ihr denn auf die Idee,  dass ich  sterben werde?
Frau Frischknecht    (Sie besteht darauf) Aus deinem Terminkalender. Nächsten Mittwoch... ..Tag X.
Robert    Das heisst doch nur, dass ich dann meine entgültige Entscheidung fälle...
Frau Frischknecht    Entscheidung? (sehr streng)   Was für eine Entscheidung??
Robert    (Pause) Meine Entscheidung........na ja, ich hab dir doch mal erzählt, dass.......ich werde dann...Christ! (Kamera in die Totale :Pause -  Mann in der Mitte, beide Frauen machen einen Schritt zurück- „Ebola Virus“.)
Frau Frischknecht    (schnappt nach Luft) Du wirst ...... Christ???
Robert            Jjja
Frau Frischknecht    Ach?.. Und... sterben? Was ist mit sterben?
Robert             (entschuldigend) Jaja, sicher auch zum Teil halt......
Frau Sturz    Das ist ja eine schöne Bescherung..... äh, Bekehrung.   
Frau Frischknecht    (Flossen nehmen) Und was hat das mit deinen abenteuerlichen Aktivitäten zu tun?
Robert    Ihr wisst ja, wie das ist, mit dem Christsein: der harte,   unbequeme Weg... .  Das Nadelöhr. Die Gebote: Du sollst dieses nicht und darfst jenes nicht. Das Kreuz auf sich nehmen.  Ich dachte mir, es ist besser noch einmal richtig zu leben. Ab Mittwoch ist es dann zu spät.
Frau Frischknecht    (sehr anklagend) Und was ist damit?? (Raus mit der Sprache!) Was hast du damit vor? (Hält die Schachtel, rote Unterwäsche,  hoch)
Robert    Och, das war doch die Überraschung für das kommende Wochenende! Ich hab für uns zum Abschluss ein lauschiges Zimmer reserviert, im Honeymooners! (Elisabeth beginnt zu schluchzen ??)
Frau Frischknecht    Du meinst, nach dem Tag X  dürfen wir nicht mehr.....?
Robert    Nein, Ende der Vorstellung, ....Schluss.... (Blick zu Frau Sturz) leider.
Frau Sturz            Ich mach dann mal Mittagspause. (sie geht ab)
Robert    (Entschuldigend  - Flüsternd) Das heisst, ich glaub nur noch zu Fortpflanzungszwecken...
Frau Frischknecht    (Pause) Dann lass uns doch wenigstens am Tag X gemeinsam die Entscheidung fällen.  
Robert            Echt?  (Wirklich?)
Frau Frischknecht     Ja, wenn sich dann einer von uns beiden richtig elend fühlt, dann fühlen wir uns wenigstens beide elend ...  
Robert    (Aufgeregt) Dann sollten wir jetzt noch schleunigst ein bisschen Lebensfreude an den Tag legen! (Impuls von ihm nehmen)
Frau Frischknecht    Schluss mit Büro..
Robert    Noch einmal richtig leben...
Frau Frischknecht    Oh jahhh, küss mich, mein Honigbär, ich bin ganz dein!  (Sie verlassen das Arbeitszimmer, sie kommt zurück und schnappt sich die Schachtel mit der Unterwäsche, triumphierend, dabei verlöscht das Licht.)
Blackout