Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin

Gleich zur Sache

 

Eine Treue Mitarbeiterin wird von ihrem Chef gekündigt, weil sie in seinen Augen zuwenig effizient arbeitet, zuwenig Leistung erbringt, Probleme mit Computer hat.

 

Themen:      Brutalität des Berufsalltags, Welcher Angestellte bringt mehr gewinn?

Schauspieler:       2

Dauer (Min):          5     

 


GLEICH ZUR SACHE

               
Autor Norbert Schnabel
Requisiten:
Folgende Requisiten bitte bereitstellen:
Ein Schreibtisch im Büro des Chefs ,   Chefsessel  (= Bürostuhl des Chefs).  
Ein Besucherstuhl,  Ein Notebook,      Fachzeitschrift ( z.B. Bilanz o.ä.)
Auf dem Schreibtisch steht:  Schnurlostelephon, 1 Kakteen im Übertopf,  1 Zigarre

Folgende Requisiten bringen wir mit:    Tropfen mit Wasser, Düngerstäbchen, Fläschchen für Tropfen
Modernes Telefon, das auch eine Gegensprechanlage darstellt.  Ein Kaktus - Buch

Dr. Hans Masberger sitzt an seinem Schreibtisch, er hat offensichtlich eine
leitende Position. Er sieht Akten durch, dann drückt er einen Knopf der Telefonanlage und spricht hinein.

MASBERGER: Frau Schubert, rufen Sie mir noch (blick auf Unterlagen) Frau Schillinger  herein!
(Masberger wendet sich liebevoll seinem Kakteenbuch und seinen Kakteen zu. Er gibt ihnen liebevoll ein paar Tropfen)
So, am Ende des Monats gibt es 7 Tropfen Wasser.. damit ihr auch schön blühen könnt
(es klopft)
MASBERGER : Kommen Sie rein!
(kurz darauf tritt Frau Schillinger ein, konservativ gekleidet)
Setzen Sie sich!
(Frau Schillinger setzt sich auf dem ihr zugewiesenen Stuhl vor Masbergers Schreibtisch. Er wippt beim Sprechen auf dem Bürostuhl. Hände schließen sich und öffnen sich im Takt mit. Ab und zu  lacht er laut auf)
Frau Schillinger, ich will gleich zur Sache kommen. Wir können ja offen miteinander reden. Wie lange sind Sie schon bei uns?
SCHILLINGER: Im August sind es 10 Jahre.
MASBERGER: 10 Jahre, ah ja. Nun ja.
Effiziente Produktion, termingenaue Auslieferung, zukunftsorientierte Kundenbetreuung - das sind die Säulen, auf dem die Zukunft unserer Firma basiert. Nun ja. Wir haben Ihre Abteilung  umstrukturiert, um die Wünsche unserer Kunden effektiver bedienen zu können - da hat sich auch für Sie so manches verändert, vor allem mit dem neuen EDV-Programm, die Online - Bestellungen .. keine Frage.
Der Erfolg hat gezeigt, daß wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.
Den müssen wir weitergehen, da gibt es kein Zurück, wenn wir
wettbewerbsfähig bleiben wollen... Nun gut. (blick auf Unterlagen) Frau Schillinger, Sie haben sich mit all dem Neuen----- etwas schwerer getan, nicht?
SCHILLINGER: So würde ich das jetzt nicht sehen...
MASBERGER: Doch, doch, Frau Schillinger, Ihr Abteilungsleiter hat mir
berichtet.  Bis Sie sich in unser neue Programm eingearbeitet hatten...das hat  doch ziemlich lange gedauert....
SCHILLINGER: Ich denke, mittlerweile...
MASBERGER: Die neue EDV bietet alle Möglichkeiten, um die Kundenadressen
deutlich schneller als bisher einzugeben und weiterzubearbeiten. Genau deswegen haben wir sie ja angeschafft, nicht wahr?
Leider muß ich hören, daß Sie einfach nicht zurechtkommen. Um es deutlich zu
sagen: Sie sind bei der Eingabe sehr viel langsamer als Ihre Kolleginnen.
Dies ruft unter den Kunden des öfteren große Verärgerung hervor....
SCHILLINGER: Ich komm' da schon noch rein, ich hab' vorher noch nie an diesem Programm gearbeitet...
MASBERGER: Eben. Wir haben Sie an dieser Stelle gelassen, obwohl Sie über
Zu wenig  PC-Erfahrung verfügen. Man kann schließlich immer dazulernen.
Aber, Frau Schillner: Sie sind zu langsam. Das lässt sich nicht beschönigen, das müssen wir beide realistisch sehen.
SCHILLINGER: ja aber ( Ich verstehe nicht, was...)
MASBERGER: (lacht) Die ganze teure EDV nutzt nichts, wenn die Mitarbeiter   sie nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit bedienen können.
Frau Schillinger, da können wir nicht länger zusehen, so leid mir das tut.
Nun, ich muss Ihnen zum1. September kündigen, trotz Ihrer langjährigen Mitarbeit in unserer Firma – ja, für die ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchte.
Tja, diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da können Sie sicher sein.
Bestimmt finden Sie eine Beschäftigung, bei der Ihre Gründlichkeit und überhaupt Ihre .. (lacht)...Treue .. in größerem Maße gefragt sind als in einer Abteilung, die Online- Bestellungen innerhalb von 24 Stunden bearbeiten muss...
SCHILLINGER: Zum 1. September ...
MASBERGER: Leider. Alle weiteren Fragen klären Sie bitte mit dem Personalbüro.
Es tut mir leid, keine erfreulicheren Nachrichten für Sie zu haben - Für Ihre weitere berufliche Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg.
Wir leben nun einmal in einer Zeit, in der Schnelligkeit beinahe alles ist. Das
sind Zwänge, denen auch wir uns beugen müssen, ob wir wollen oder nicht.
Ich kann da auch nicht anders. (Pause) Sie können dann gehen,  Frau Schillinger...
SCHILLINGER: ....danke... (steht auf und geht zur Tür hinaus, vielleicht kann sie heimlich dem Kaktus noch einen Schaden zufügen .......).

MASBERGER (am Tel:) Bitte verbinden sie mich doch mit Herrn Ammann, Sie wissen schon, diesen....    – Ja,  Hier Direktor Masberger Firma Knapp. Ja, sie haben sich ja vor längerer Zeit bei uns beworben – sind sie immer noch ohne Stelle? Das ist gut.. nein... natürlich nicht (lacht) .. nein .. wir sind nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, dass sie der richtige Mann, quasi er Mosaikstein,  für die Zukunft unserer Unternehmens sind (Beim Sprechen nimmt er die Kakteen, betrachtet sie liebevoll und gibt ihnen ein bißchen Dünger) Ja , wie gesagt , wir bieten Ihnen exzellente Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft! (FREEZE)

Norbert Schnabel & Admiral - Wehrlin