Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin

Halbzeit

 

Samstag Abend, ein Wohnzimmer.

Leo schaut sich gerade ein Fußballspiel im TV an. Seine Frau Bettina tritt ins Zimmer und schlägt vor, an diesem Abend gemeinsam etwas zu unternehmen. Als sie den Vorschlag macht, ein befreundetes Ehepaar einzuladen, zeigt er sich besonders uninteressiert. Er mag deren christlichen Glauben nicht, während Bettina findet, dass es sehr interessante und sympathische Leute sind. Der Schlagabtausch ist überwiegend heiter, bis sie den Tod und das Leben nach dem Tod erwähnt. Doch Leo ist eher zum witzeln aufgelegt. Für ihn kann die Ewigkeit bis zur Halbzeit warten.

 

Themen:     Spaß, TV, Beziehung, Himmel und Hölle. Evangelisation   

Schauspieler:       2

Dauer (Min):          7       

 

 


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Halbzeit

  
 
Leo sitzt auf breitem  Fauteuil (eher auf linken Seite) Fernbedienung in der rechten,  Popkorn in der linken Hand. Er schaut das Fußballspiel an. Er ist sehr konzentriert. "Sein" Team führt. Links neben seinem Fauteuil befindet sich ein Kästchen oder ein Tischchen mit einer Tageszeitung und einem Schnurlos-Telefon darauf. Im Kästchen befindet sich eine kleine Kiste mit Büchern und Kassetten.  
 
Man hört gleich zu Beginn der Szene das Geräusch eines Fussballspiels über Lautsprecher
Während die Schauspieler sprechen wird der Ton unmerklich etwas leiser...

Der Fernseher (Fussballgeräusch) läuft,  Bettina kommt herein.
Bettina: Also, was möchtest Du heute Abend machen ?
Leo: Egal
B: Hast Du Lust auszugehen ?
L: Nein
B : (Sucht nach einer neuen Idee) Sollen wir uns ein  Video ausborgen ?
L.     Nein
B: Kartenspielen ?
L: Nein
B: Also, was möchtest Du machen ?
L: Es ist mir egal.  ......Würde es Dir was ausmachen, im Nebenzimmer reden ?
B: Ach Leo, es ist Samstag Abend. (Sie legt ihre Füße auf seine Knie)
L: Ich bin gerade dabei mir das Spiel anzusehen.  
B: ich hab keine Lust auf Fußball. Laß uns was unternehmen - ins Kino gehen - (Bettina steht auf, holt die Zeitung und setzt sich wieder)  
L: Ich will mir in Ruhe das Spiel ansehen.
B : Mal sehen, was im Kino kommt. (Liest in der Zeitung) Diskussionen über  ..........................
     (Sie fühlt sich wohl)
    He, der neue Film von ......................... ist gerade raus gekommen !
L: Bettina, bitte.
B: Was ?
L: (Leo nimmt das Telefon vom Kästchen) Ich will, daß Du jemand anrufst.
B: Wen ?
L: Irgendwen, damit Du mit jemanden plaudern kannst und ich in Ruhe mein Spiel sehen kann.
B: Mit unserem Land geht es bergab und Du kümmerst Dich nur um  Deinen dummen Sport.
L (reagiert auf das Spiel im TV)    Ja !
B: Okay, okay. Ich ruf jemanden an. Jemanden der Gefallen hat an der Kunst der Konversation.
L: Du rufst nicht Kurt und Eva an. (Leo nimmt ihr das Telefon weg)
B: Und warum nicht ?
L: Bettina, ich versprech dir, ich rede mit Dir in der Halbzeit.                                                               (schaltet Telefon aus und legt es zurück)
B:  Aber das brauchst Du doch nicht. Kurt und Du, ihr könnt euch zusammen das Spiel ansehen
      und  Eva und ich, wir unterhalten uns. (Sie nimmt wieder das Telefon)
L: Falsch. Du und Eva diskutieren, ziemlich bald darauf mischt sich Kurt ein und früher oder
    später werde ich mit hineingezogen.
B: Du verstehst Dich doch ausgezeichnet mit Kurt oder etwa nicht?
L: Ja, aber müssen wir gerade jetzt darüber diskutieren ?
B: Ja, (Sie nimmt ihm die Fernbedienung aus der Hand von Leo und dreht TV aus)
Fussballgeräusch des Fernsehers aus

L: (Etwas irritiert) Ich will doch einfach nur meinen Spaß und mir das Spiel ansehen.
B: Kurt liebt Fußball - warum möchtest Du ihn nicht dabei haben ?
L:  Ich kann mich nicht gehen lassen, wenn er da ist. (Es ist ihm etwas peinlich)
B: Du meinst, Du kannst  nicht auf den Schiedsrichter schimpfen.
L: Nein...Ja, das gehört nun einmal zu einem guten Fußballspiel.
B: Sie haben sich nie über Deine Ausdrucksweise beklagt.
L: Nein, aber sie haben sich einiges dabei gedacht. Warum sonst bitten sie uns immer wieder mit in
    die Kirche zu kommen.
B: In die Kirche ? Wie kommst Du denn darauf ? Sie haben uns vielleicht dreimal in zwei
     Jahren eingeladen. (Leo fühlt sich mißverstanden und steht nach links auf)
L: Ja, aber es kommt immer wieder zur Sprache.
B: Was ? Die Kirche ?
L: Ja... Nein....Ich meine, das mit der Kirche ist gar nicht so schlimm. (er geht nach rechts)                                   
    Was nervt ist das ganze Drumherum  
B: (Bettina steht nach Links auf, legt Telefon zurück) Sie haben uns nie ihren Glauben                               aufgezwungen.
L: Nein, nur ihr Werbematerial. Jedesmal, wenn sie vorbeikommen bringen sie irgend etwas
    mit, zum Lesen oder zum Anhören oder zum Anschauen. (Sie geht auf ihn zu)
B : Weil ich sie darum bitte.   Sie bringen es für mich mit.     Zufällig finde ich dieses Thema sehr
     interessant, und ich will mehr darüber wissen. (Leo will sie unterbrechen)
L: Ja, Aber sie schleppen das Zeug doch fuhrenweise an.
B: Also jetzt übertreibst Du -.
L: Oh wirklich ?  (Öffnet Kästchen neben dem Fauteuil  und leert eine Kiste mit Büchern und Kassetten aus) Wir haben jede Menge Bücher. Broschüren. Bibeln. Kassetten, Kassettenserien,
noch mehr Bücher, Videos, Einladungen zu ihren ..Veranstaltungen, und soweiter und soweiter ..
    (Sie hat sich hingesetzt)
B : Es sind eben sehr einfallsreiche Menschen.
L:  (Er liest einige Buchtitel vor)
     Jesus - unser Schicksal, Jesus - Deine Chance, Und die Bibel hat doch  recht, Pardon - ich bin  
     Christ, Jesus der einzige Weg ? Wozu Gott ? Leben mit neuem Programm.....
     (Süffisant) Diese Leute sollten ihre Interessen erweitern...
B: Aber wenn es für sie wichtig ist ?
L : Fußball ist mir auch wichtig, aber deshalb muß ich doch nicht jedes verfügbare
    Sportmagazin lesen.
B: Da hast Du recht. Das würde ja bedeuten, daß Du den Fernseher ausschalten  müßtest.
(Pause, Leo gibt sich geschlagen und setzt sich neben Sie. Sie steht auf und räumt Bücher ein dann hält sie inne..)
B: Leo, hast Du Dir jemals die Mühe gemacht, einen Blick in diese Bücher zu werfen ?
L: (Leo gibt sich selbstgerecht) Stell Dir vor das habe ich getan.
B: (voller Erwartung) Und ?
L: (aufgrund der Nachfrage etwas verlegen) Es ist sehr ..umfassend.
B: Was hältst Du davon ? (Bettina setzt sich neben Leo mit Buch in der Hand)
L: (ehrlich) Ich denke es ist gut .... ich  meine .....für sie.
B: Was ist,  wenn wirklich etwas an der Sache dran ist?
L: Was soll dann sein ? Ich bin absolut glücklich, so wie die Dinge jetzt laufen.
B: Vielleicht wird das Leben dadurch besser ? Hältst Du das für möglich ?
L: Und wie soll das vor gehen? Bettina, wir sind doch zufrieden, wir haben eine schöne Wohnung,
   wir haben alles, was wir uns wünschen.......... abgesehen von einem ruhigen Ort,
    um das Fußballspiel anzusehen. (Leo nimmt Fernbedienung)
B: Hast Du mal daran gedacht, daß es wichtigere Dinge im Leben gibt  als ein Fußballspiel ?
L: Nein. (Bettina steht auf um Buch zurückzulegen) Doch natürlich, das war doch nur ein Witz.
B: ich bin mir nicht sicher, ob das so eine witzige Angelegenheit ist, Leo.(legt Buch hin)
 Da stehen anderer Dinge auf dem Spiel, da geht es um den Himmel und  ....
L: Hölle ? (Sie geht hinter Fauteuil zurück)
B: (sie zögert) Ja, genau.
L:  Also ich begrabe mich in einem Aspestanzug.
B: Ach Leo, Du nimmst einfach nichts ernst. (Sie setzt sich zu ihm)
L : Bettina, das Leben muß doch Spaß machen....
      In den nächsten paar Minuten will ich mich intensiv mit ...............................und den anderen  
      Jungs beschäftigen.
     Mit der Ewigkeit können wir uns in der Halbzeit beschäftigen.
      Ja?   
 Leo dreht TV mit Fernbedienung ein und schaut zum TV
Fussballgeräusch des TV einschalten, nach ca. 5 Sek. langsam ausblenden          

Blackout
Spielzeit: 6 Min. 45 Sek.