Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin

Neulich im Fitnesscenter

 

Zwei Frauen begegnen sich im Fitnesscenter und kommen ins Gespräch...

Themen:  Evangelisation, Beziehungen, von Gott mitteilen.         

Schauspieler:    2       

Dauer (Min):     6       

 

 

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Neulich im Fitnesscenter

Anne am Laufgerät, müder Ausdruck
Linda betritt müde den Raum, schwingt sich müde auf das Gerät, gähnt, beide den gleichen Gesichtsausdruck



Linda: ( Kommt stöhnend, kriecht mühsam auf das gerät,  leise) Oh Gott, wie ich das hasse.  Wie ich
das hasse.( gähnt)

Anne:     Eine Quälerei. Eine Tierquälerei. (beide gähnen, dann gemeinsames Lachen) Auch so motiviert?

Linda:  (sieht eine dünne Frau) Ja, vor allem, wenn ich mir die ansehe...

Anne:     Die sieht ja schrecklich aus.

L:     Nicht zum Ansehen.

A:            Wie können die hier nur solche Leute reinlassen?

L:    Das sollte man verbieten.

A:    Was glaubst du, was sie wiegt?

L:    Ungefähr soviel wie mein rechter Oberschenkel.

A:     Seit wann kommst  du hierher?

L:    Seit Anfang des Monats.

A:    Aha, hast du einen neuen Badeurlaub geplant?

L:    Ja, ich kann es nicht erwarten, endlich wieder ins Buffet einzutauchen. Und du? Wie lange kommst du schon hierher?

A:     Ungefähr ein Jahr.

L::     Oh, wirklich ?

A:    Ja, naja, ich bin hauptsächlich daran interessiert das Gewebe zu straffen.

L:    Ja, klar , ich auch.

A:    Und überhaupt mal rauszukommen.

L:    Aha, hast du Kinder?

A:    Oh, ja.

L:    Wie viele?

A:    Zu viele. Und du?

L:     Zwei .

A:    Ich auch. Ich stehe ihnen mit meinem  24 Stunden Service zur Verfügung – außer, wenn Ich hier bin.

 L:        Ich versuche, ab und zu mal eine Freundin zu mir nach Hause einzuladen  - hoffnungslos.

A:    Ich glaube, ich habe zu Hause seit Jahren nicht mehr als drei Sätze mit einem Erwachsenen ohne Unterbrechung  wechseln können.

L:        Ich kann mich nicht daran erinnern,  wann ich das letzte Mal irgend etwas Aufregendes erlebt habe.

A:        Ja, außer, dass ich meine Kinder angebrüllt habe - aber das war auch schon das Einzige.

L:        Wer hätte je gedacht, dass das Leben soviel Freude macht.

A:    Wieso kommt es überhaupt soweit? Klar weiß ich, wie das alles passiert ist, aber ich meine diese ewige Routine, der Alltag.

L:        Ja, jeden Tag dasselbe Lied.

A:        Ich gehe von hier nach Hause.

L:        ..(.Kaufe mir noch ein Stück Apfelkuchen.) Geh noch zu MC DONNALDS

A:        Ja, schließlich macht Fitnesstraining ganz schön Appetit.

L:        Na klar.

A:        Dann gehe ich nach Hause und schau Schlosshotel ORTH  (bzw. eine aktuelle Sendung).
Oh , apropos, hast du ´s gestern gesehen?

L:    Nein, gestern war ich nicht zu Hausse.

A:    Wow, du warst gestern auch schon hier?

L:    Nee, da würd ich schon wie die da vorne aussehen.
         Nein, ich war..ich war..ähm... bei einem Bibelkreis.

A:    Bibelkreis?

L:    Ja, jeden Mittwoch treffen wir uns.

A:    In deiner Kirche?

L:    Nein, wir sind zwar alle von derselben Gemeinde , aber wir treffen uns abwechselnd
in unseren Wohnungen. Da fällt mir meine Wohnung ein, ich sollte nach Hause und aufräumen.

A:        Ich kann mein Haus in einem tadellosen Zustand haben, bis SIE auftauchen. Meine Kinder  brauchen ein Zimmer nur betreten und schon geht’s ab wie beim Poltergeist. ( aktuellen Horrorfilmm einsetzen  )
        Alles mögliche fliegt durch die Luft. Die bringen mich noch ins Irrenhaus.

L:        Ich bin auch den ganzen Tag am Aufräumen. Wir scheinen dafür geboren zu sein. Mein Leben besteht aus
        Aufräumarbeiten, von Zimmer zu Zimmer, immer hinterher.

A: (Pause)Worüber redet ihr bei deinem Treffen?

L:        Meinem Treffen?

A:        Ja, bei deinem Bibelkreis.

L:    Da wir alle Mütter sind, machen wir uns Gedanken darüber, wie wir unsere Kinder
richtig erziehen, ohne dabei durchzudrehen. Das erste, was wir lernten , war der wichtigste Bibelspruch zur Kindererziehung:

A:    Und wie geht der?

L:    " Du sollst nicht töten ". ( beide lachen )

A:    Ich war seit meiner Kindheit nicht mehr in der Kirche.

L:    Ich gehe schon ewig dorthin. (denkt nach, unruhig, versteht, dass sie mit einer „Ungläubigen“ spricht ) Du gehst überhaupt nicht zur Kirche?

A:    Nö.

L:    Aha.(tritt schneller) Hast du mal dran gedacht, wieder mal hinzugehen?

A:    In die Kirche?

L:             Ja.

A:             Nein. Nicht wirklich.


L:     Aha. Mmh. Weißt du schon alles über, äh, naja, über das Christentum und so ?

A:     Eigentlich nicht.

L:     Eigentlich nicht. (tritt schneller ) Na gut, also, falls du mal eine Frage dazu haben solltest, kann ich sie dir gerne beantworten.

A:     Ich werd daran denken.

L: (tritt schneller) Hast du vielleicht jetzt schon eine?

A:     Eine Frage?

L:    Ja.

A:     Nein.

L:     Gut.  Aber vielleicht denkst du ja ab und zu mal darüber nach und wenn du willst,  können wir dann darüber reden, während wir ......unser Gewebe straffen. (Zeitschrift Joyce)

A:     Okay. Mir ist alles recht, was die Zeit schnell vergehen lässt.

L:     Richtig. (verlegene Pause )

A:     Weißt du, ich bräuchte ein paar Ideen, wie ich mit meinen Kindern umgehen soll. Worüber redet ihr sonst noch?

L:    Ach, über alles mögliche. Nicht nur über „Du sollst nicht töten“...

A:     Also darf man seine Kinder töten?

L:     In Notwehr. (lacht) (Klingel bzw. Summer von Annes Trainer) (the sound of Anne´s fitness trainer)

A:    Gott sei Dank. Meine Beine sind tot. Dann treffen wir uns nächste Woche wieder?

L:     Sehr gerne. Übrigens, ich heiße Linda.

A:     Anne.

L:     Prima, also bis nächste Woche.

A:     Dann können wir uns weiter unterhalten.

L:          Gerne. (Anne geht) Sie will sich wirklich weiter unterhalten. Ich glaube ich hab mich doch nicht so doof              angestellt. Danke, Gott. Und nächste Woche treffe ich sie wieder...und dann werden wir weiter sprechen...und wer weiß, vielleicht nehmen wir sogar ab dabei ????Nicht schlecht.
   (Tritt wie verrückt in ihr gerät) Ich liebe Fitnesstraining!  

(Blackout!)