Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin



mit Eva-Maria Admiral Eric Wehrlin Philipp Schepman Sara Fröhlich Willow-Creek Kongress

Text kostenlos runterladen:

Realitätstherapie

4 Personen   2M  / 2 F
Thema Ehe, Ehealltag, verliebt sein,
Die Szene ist sehr komödiantisch und Lustig!

P:    (staubsaugend)  Stefan, Schatz, steh auf. Wir müssen hier noch aufräumen. Sie kommen gleich.
S:    (bleibt regungslos, liest ) Seit wann räumst du für deine Cousine auf?
P:    ( Staubsauger aus) Na, seitdem sie ihren Verlobten mitbringt.
S:    (nicht sehr begeistert) Oh nein, diesen Verlobten
P:    Überschütte sie nicht mit deiner Begeisterung!
S:    Ich freue mich für sie.
P:    Du musst zugeben, dass sie sehr verliebt scheinen. Sie können ihre Hände nicht von einander lassen.
S:    Hör zu, wenn sie wieder anfängt, mit seinem Ohr zu spielen, sag auch mal was, ja?
P:    Gefällt dir das nicht?
S.    Die beiden sind weit weg von jeder Realität.
P:    Sie sind verliebt.
S:    Sie sind verwirrt. Sie haben nicht die geringste Ahnung, in was sie sich da hineinmanövriert haben.
P:    Meinst Du, dass sie wirklich so blind ist.
S:    Lisa hat gesagt, dass dieser Daniel sogar Staub saugt! Er ruft sie jede Stunde von der Arbeit aus an, nur um sicher zu stellen, ob alles in Ordnung ist! Er macht sogar den Abwasch! Noch bevor sie ihren Teller leergegessen hat!
P:    Tja.
S:    Der Typ ist eine Schande für das männliche Geschlecht.
P:    Du warst genau so, als du verliebt warst.
S:    Ich war im Fieberwahn.
P:    Tja, dafür strotzt du jetzt vor Gesundheit. (er hat sich nicht vom Sofa erhoben, sie hat in der Zwischenzeit aufgeräumt)
S:    Hör zu, ich habe keine Lust, den ganzen Abend mit anzusehen, wie die beiden an einander kleben und sich abknutschen. Leihen wir uns einen Video aus, oder was?
P:    Nein. Nein, ich habe eine bessere Idee.
    Lisa hat mir heute Morgen erzählt,  dass sie sich mit  Daniel noch nie gestritten hat.
S:    (die Spur eines Lächelns auf dem Gesicht) wirklich?
P:    Nicht mal eine Meinungsverschiedenheit.
S:         Hm...
P:     Aber das beste ist: Daniel spielt leidenschaftlich gerne Karten und Lisa hat keine
    Ahnung vom Kartenspielen.
S:    Ich hole die Karten. Das wird super. Das wird super. (verlässt die Bühne, um Karten zu holen)
P:    Im obersten Fach!
 (zu sich selbst) Sie glauben, sie sind verliebt, aber heute Abend werden wir herausfinden, wie gut sie wirklich zusammen passen.
S:    (betritt die Bühne mit Kartenspiel, kann sich kaum zurückhalten) Oh Mann, wie ich das liebe. Das heutige Szenario: der ernsthafte Konkurrent gegen die laienhafte Hobbyspielerin. Dagegen wird das Champions – Leag - Endspiel wie ein Kinderspiel aussehen.
P:    Mal ernsthaft,  dass ist das Beste, was wir für sie tun können.
S:        Ich weiß.
P:    Wir zeigen ihnen heute, dass zu einer Ehe mehr gehört als nur verliebt sein.
S:    Ja, man beschimpft sich...
P:    ...beschmeißt sich mit Tellern...
S:    ...streitet wochenlang...
P:    Genau.

Daniel (D) und Lisa (L) (rufen von hinter der Bühne):    Hallo, ist jemand zu Hause?
S:    Oh, gut – sie sind da! (flüstert) Was glaubst du, was passiert, wenn...
P:    Bitte beruhige dich! Komm, wir müssen... wir müssen das jetzt... richtig rüber bringen.
S:    Oh Mann, ich bin so aufgeregt!
P:    Stefan, bitte. (D und L betreten die Bühne) Hallo! Wie schön, dass ihr das seid! (Umarmungen und Begrüßungen)
S:    (zu schnell) Ja, ja, euch geht´s gut, uns geht´s gut. Hört mal, Petra und ich, wir haben uns gedacht, es ist eine gute Idee, wenn wir heute Abend zusammen Karten spielen.
P:    Stefan!
D:    Hey, ich liebe Kartenspielen!
S:    Wirklich? Toll, dann setzt´ dich genau hier hin.
P:    Stefan, vielleicht will er ja erst lieber etwas trinken.
S    Nein.
D:    Nein, mir geht´s gut. Kommt, lasst uns anfangen. Es sei denn du möchtest lieber nicht spielen, Schatzilein.
L:    (setzt sich ganz nah zu ihm) Nein, was immer du möchtest, mein Engel. Aber ich muss dir sagen, dass ich noch nicht sehr oft Karten gespielt habe.(sie spielt mit seinem Ohr)
D:    (übertrieben lieb) Das macht doch nichts, Süße. Ich bringe es dir bei.
P:    Hast du das gehört, Stefan? Er wird es ihr beibringen. (sie spielt mit Stefans Ohr)
S:    (schlägt auf Petras Hand)  Welches Kartenspiel wollt ihr denn spielen?
D:    Das ist egal, Hauptsache ich gewinne. (lacht, S. kaut vor lauter Aufregung auf seiner Hand herum)
P:    (locker) Gewinnen. Gewinnen. Ihr Männer seid doch alle gleich. Also, kannst du „schwarze Katze“ spielen?
D:    Hey, das ist genau mein Spiel.
S:    Sehr gut.
D:    Was sagst du, Mäuschen?
L:    Klar, wie spielt man es?
D:    Nun, als erstes musst du  dich mir gegenüber setzen.
L:    Wenn es sein muss.
S:    (ist das ganze „süße Gerede“ leid) Du musst. (sie setzt sich auf den Boden; der Wohnzimmertisch wird als Kartentisch benutzt)
D:    O.k. Ich mische und teile aus, wenn es recht ist.
S:    Es ist dein Spiel.
D:    O.k., Lisa. Diese zwei Karten braucht man, um Punkte zu machen und jeder Spieler bekommt fünf Karten.
L:    Hey, dieses Spiel kenne ich. Ich hab es an der Uni gespielt.
D:    Toll!
S:    (enttäuscht) Na toll.
P:    (enttäuscht) Toll.
S:    Ich passe.
L:    Machen wir Herz zur Trumpfkarte.
D:    Bist du sicher?
L:    (romantisch) Nimm sie.
D:    O.k. (auch romantisch). Es ist Herz. Ich spiele aus.
S:    O.k., ich bin dran. So, bitte schön!
P:    Was machen die Hochzeitspläne?
L:    (legt ab) Tja, ich glaube, ich habe mich für ein Kleid entschieden.
P:    -was ihr seid schon fix entschlossen , mit Termin und so alles schon entschieden...
S:    Petra.
P:    Hm?
S:    Du bist dran!
P:    Oh, tut mir leid. (legt ab)
S:    Petra, Piek.
P:    Ich weiß, ich hab aber kein Piek.
S:    Na, dann hättest du eine Trumpfkarte spielen müssen.
D:    Herzblatt, das ist unser erster Stich.
L:    Ja, richtig. (sie nimmt die Karten)
P:    (zu Stefan) Tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht.
D:    Du bist dran, Schatzilein.
L:    Ich weiß. Ich denke nach. So. (legt ab)
D:    Ist sie nicht süß, wenn sie nachdenkt?
P:    Also, wie wird deine hochzeit ? (S und D legen ab) Wird es eher ein traditionelle Hochzeit werden?.....
S:    Petra, würde es dir etwas ausmachen, wir versuchen uns hier zu konzentrieren.....Petra!
P:    Was ist?
S:    Bist du wenigstens fähig, eine Minute mitzudenken! Du bist dran!
P:    Schon gut. (legt ab) Bitte.
S:    Petra, Piek führt.
P:    Ich habe kein Piek.
S:    Übertrumpfe!
P:    Was ist Trumpf?
S:    Herz!
P:    Gut, ich nehm´s zurück.
S:    (trocken) Jetzt hör mal zu, wenn du keine Lust hast, Karten zu spielen, dann sag es einfach.
P:    Wer hat gesagt, dass ich nicht gerne Karten spielen möchte?
S:    (wird ärgerlicher) Ganz offensichtlich bist du mehr daran interessiert, über irgendwelchen idiotischen Hochzeitskwatsch zu sprechen als hier mit zu spielen.
P:    Was bin ich denn? Ein Untermensch, dass ich nicht beides auf einmal machen könnte?!
S:    Ja genau, das hast es so gesagt, nicht ich. (P schweigt, wütend, Pause...)
D:    Ähm, ich glaube, du bist dran, Petra.
P:    So, jetzt hab ich´s übertrumpft. Bist du jetzt glücklich?
S:    Perfekt. Du hast gerade mein Spiel vermasselt.
P:    Oh, ich habe gerade dein Spiel vermasselt?
S:    Ja!   Hättest du nur einmal aufgepasst...
P:    Weißt du, das ist wieder so typisch für dich. Immer, wenn etwas schief geht, ist es meine Schuld.
S:    Ja weil’s doch stimmt!
P:    Lisa, ich erzähl dir mal was über Männer. Alles, was sie sagen, tun und spielen, bevor du sie heiratest, ist eine große Lüge. Du glaubst, sie sind freundlich, zuvorkommend, sensibel, aber sobald die Flitterwochen rum sind und sie ihre Beute erobert haben, werden  sie wieder die gefühllosen, unsensiblen und selbstgenügsamen Tiere, die sie in Wirklichkeit sind.
S:    Oh wirklich !?!
P:    Ja, allerdings.
S:    Daniel, (klopft auf seine Schulter und schlägt ihm dabei unbeabsichtigt die Karten aus der Hand) lass mich mal ein paar Takte über Frauen erzählen.
P:    Na, da bin ich ja gespannt!
S:    Alles, was du zu Beginn an ihnen magst – die Dinge, die du „süß“ findest – das wird dich bald einmal auf die Palme bringen! Und später einmal ins Grab! Vorher wirst um Gnade betteln, wirst auf den Knien vor ihnen herumrutschen, weil sie immer nur reden und kichern,  alles pingelig genau sauber halten wollen ...
P:    Weißt du was? Du bist ein wandelndes Wunder! Ich werde das nie begreifen, wie du dich ein menschliches Wesen nennen kannst und so herzlos sein kannst.
S:    Herzlos?! Herzlos?! Wie kommt das,  ich werde immer nur beschuldigt, herzlos zu sein, nur weil ich kein emotionales Wrack bin, so wie du.
L:    (beginnt, aufzustehen) Daniel, wir sollten wohl besser aufbrechen.
D:    Ja, das sollten wir. (steht ebenfalls auf)
P & S:    (drücken sie wieder in ihre Sitze) Setzt euch hier hin.
P:    Siehst du, was du jetzt angerichtet hast. Und das alles nur, weil du Karten spielen wolltest.
S:    Ich? Es war doch deine glorreiche Idee. (D und L schleichen sich raus)

P:    Na bitte. (schreit hinter ihnen her) Und mögt auch ihr viele glückliche, gemeinsame Jahre erleben!
(Pause, beide wenden sich langsam dem anderen zu, beide beginnen zu grinsen)
P:    Das war großartig!
S:    Oh, es war brilliant.
P:    Du warst brilliant.
S:    Eine oskarverdächtige Vorstellung. Ich bin „ein wandelndes Wunder“.
P:    Und ich „ein emotionales Wrack“.
S:     „Wie kannst du dich ein menschliches Wesen nennen und so herzlos sein?“
P:    „Was du einmal süß fandest, bringt dich jetzt auf die Palme?“ (Pause)
(Beide sehen sich an und beginnen zu streiten,)
P&S:    Sag mal, wie hast du das gemeint, „emotionales Wrack“ (S= „mit Herzlos sein“?)
 (Stichwort für blackout) (blackout!)