Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin

Schritt für Schritt

 

Themen: Selbsttäuschung, Sehnsucht nach Heilung, Sündenbekenntnis, Wachstum.       

In diesem erfrischenden Monolog beschäftigt sich eine junge Frau mit dem vierten Schritt eines Zwölf - Schritte - Programms des psychologischen Buches "Hunger nach Heilung". Sie hat sich darauf vorbereitet, eine schonungslose Inventur zu machen - mit Taschentüchern, Papier und Stift und etwas zu essen. Als sie beginnt, verlegt sie sich darauf, in anderen die Schuld zu suchen und verfehlt damit die eigentliche Bedeutung dieses Schrittes.

 

Themen:     Selbsttäuschung, Sehnsucht nach Heilung, Sündenbekenntnis, Wachstum.       

Schauspieler:       1       

Dauer (Min):          6

 

 


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Schritt für Schritt

                                                                                   
Linda kommt herein, (singend und flott) in bequemer Kleidung mit einem großen Polster zum Sitzen, Tee + Tasse , etwas zum Essen, Heft, Buch, Kugelschreiber, Tempos, Duftkerze brennt, Sie setzt sich auf den Polster, plaziert alles ordentlich um sich herum

Linda: Okay, Haben wir alles, was wir brauchen? Papier, Stifte, das Buch, Taschentücher ------------für den Fall, daß uns die Gefühle übermannen und was zu essen..........auch für den Fall, daß uns die Gefühle übermannen. Alles da. Ich glaub wir sind soweit. Es kann losgehen.
(Sie nimmt das Buch, macht es sich gemütlich, atmet tief durch, liest:)
Innere Heilung, Kapitel 5
Schritt 4
Erforschen Sie ernsthaft Ihr Gewissen
Wann haben Sie Schuld auf sich geladen ?
Das hört sich nicht allzu schwierig an. Wie weit ich da wohl zurück gehen muß?
(sie denkt nach, sie beginnt zu essen) Als ich meine Schwester gebissen habe...... oder.. (okay , ich will ganz ehrlich sein)  .... als ich mehrmals meine Schwester gebissen habe ...... und meinen Bruder und seine Freunde (sie ißt dabei die ganze Zeit)
Weiter .....im Gymnasium habe ich des öfteren von anderen abgeschrieben , abgeschaut und so - vor allem bei den Mathematikschularbeiten.
Während des Studiums ,habe ich noch ein bißchen mit anderen Männern herumgeflirtet obwohl ich eigentlich schon fest mit Frank  zusammen war.
Im Büro habe ich mich öfters krank gemeldet.
und (blickt auf das Essen) manchmal freß ich einfach zuviel.
Na, das wars. Nicht so schlimm. Und, was kommt jetzt ? (blättert um)
Auf Grund welcher Situationen sind sie verbittert?
Verbittert ? (sie denkt nach) Eigentlich gar nicht. (sie liest weiter) Beschreiben Sie
•    die Situation,
•    den Grund  Ihrer Verbitterung,
•    und die Auswirkungen
Oh, also gut (Meinetwegen, überlegt)  Okay, manchmal ärgere ich mich über meine Schwiegermutter
der Grund ? Sie mischt sich überall ein.
Die Auswirkungen ? Vielleicht bin ich dann etwas nervös, leicht reizbar, unbeherrscht, und frustriert- aber nur manchmal .
Schauen wir mal weiter (denkt, daß jetzt etwas anderes kommt): Andere Situationen ,durch die  sie  verbittert sind:
Hm (denkt nach) Okay, mein Chef zum Beispiel. Auf den bin ich wirklich sauer. Er verlangt dauernd zuviel von mir. Wegen ihm habe ich nie einen  Mittagspause, muß unbezahlte Überstunden machen, und dann noch früher als sonst zur Arbeit kommen. Die Auswirkungen? Ich bin etwas nervös, leicht reizbar, unbeherrscht, und frustriert .
(jetzt hat sie den Faden gefunden, steigert sich hinein) Als nächstes nehmen wir meinen Mann, ja, genau  den lieben Frank Er hat noch immer nicht das Eingangslicht repariert. Er tut so als wäre er 16, spielt Fußball, wie ein Verrückter. Neulich hat er sich dabei den Fußknöchel verdreht. - er saß einen ganzen Monat lang herum und ließ sich von mir bedienen. Er sitzt dauernd vor dem Fernseher oder er arbeitet zuviel und ist nie zu Hause. Und dann redet er nichts, erzählt nichts . Ganz zu schweigen, daß er mich einmal ausführen würde. Nichts dergleichen. Da braucht sich keiner zu wundern, wenn ich etwas nervös bin, leicht reizbar, unbeherrscht und frustriert.
Inwieweit übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Gefühle? Verantwortung? Was haben Sie zu Ihren Gefühlen beigetragen? Ich? Überhaupt nichts!
Ich mußte meine Schwester beißen - ich war die Jüngste. Das war die einzige Möglichkeit mich zu wehren . Und bei den Mathematikschularbeiten mußte ich abschreiben - meine Eltern hätten mich umgebracht, wenn ich durchgefallen wäre. Und jeder flirtet doch mal ganz gerne, auch wenn er eigentlich schon in festen Händen ist.  
Und jeder meldet sich einmal krank - deshalb wird die Firma nicht gleich in Konkurs gehen.
Und wer an meiner Stelle würde nicht genauso viel essen, besser als andere aufzufressen: meine Schwiegermutter nörgelt dauernd an mir rum, mein Chef überfordert mich , und mein Mann ignoriert mich , Ja , hm und ich soll da jetzt auch noch was dafür können. Auf keinen Fall.
(liest weiter) Was kommt jetzt ? Das war's schon (erleichtert)- das Ende vom Kapitel. Gut. Sehr gut - hat mir vieles klar gemacht. Die Mühe hat sich gelohnt. (Das Buch macht noch einen ganz neuen Menschen aus mir, wenn ich nicht aufpasse.)                    
Mal schauen, was das nächste Kapitel bringt: (liest ganz lieb)
Gestehen Sie  Gott, sich selbst und  ihren Mitmenschen Ihre Fehler und machen Sie sich ein genaues Bild davon. (Nachdenkliche Pause) Also ... (verlegen?)... also, dieses Kapitel sollte sich Frank mal genauer unter die Lupe nehmen.