Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin

Sprich mit Mir

 

Ein Wohnzimmer. 11 15 Uhr Abends. Ein Ehepaar, gehobener Mittelstand, 9 Jahre verheiratet. Der Mann möchte mit seiner Frau schlafen. Die Frau fühlt sich unverstanden und möchte nicht einfach ein Schlafmittel ihres Mannes sein. Die Frau möchte gerne eine gesunde Beziehung, in der man mit einander spricht, sich untereinander austauscht, Kommunikation und gegenseitiges Interesse als ein Grundelement der Beziehung. Stefan erkennt, dass nicht nur Sex zum Gelingen einer Ehe notwendig ist, sondern vor allem ehrliches Interesse für die Bedürfnisse des Partners.

 

Themen:   Mit einander Reden, Zeit für einander nehmen, Kommunikation,  

                   Sexualität in der Ehe. Das romantische Feuer am brennen halten. Bereit für die Ehe?

Schauspieler:       2

Dauer (Min):          6    

 

 

 


Text kostenlos runterladen
SPRICH MIT MIR


Ein Wohnzimmer. 11 15 Uhr Abends. Ein Ehepaar, gehobener Mittelstand, 9 Jahre verheiratet. Der Mann möchte mit seiner Frau schlafen. Die Frau fühlt sich unverstanden und möchte nicht einfach ein Schlafmittel ihres Mannes sein. Die Frau möchte gerne eine gesunde Beziehung, in der man mit einander spricht, sich untereinander austauscht, Kommunikation und gegenseitiges Interesse als ein Grundelement der Beziehung. Stefan erkennt, daß nicht nur Sex zum Gelingen einer Ehe notwendig ist, sondern vor allem ehrliches Interesse für die Bedürfnisse des Partners.
Angeschnittene Themen: Mit einander Reden, Zeit für einander nehmen, Kommunikation, Sexualität in der Ehe. Das romantische Feuer am brennen halten. Bereit für die Ehe?

Schauspieler: 1 Mann, 1 Frau  Eric Wehrlin & Eva-Maria Admiral

Stefan, Paulas Ehemann liegt angezogen, mit geöffneter Krawatte auf dem Sofa (ev auf dem Ehebett) er hat sich nach der Arbeit das Spiel im TV angeschaut, ist dabei eingeschlafen.

Requisitenliste:
Fernbedienung,  Couch,  schwarze Schuhe am Boden. Ca. 8 Kissen
Stephan: Schick angezogen, Krawatte offen, schöne Uhr. dunkle Hose
Paula: Seiden- Nachtkleid

Spielzeit ca. 6min. 50 sek.

Man hört das Geräusch eines TV - Hockeyspiel
Paula kommt herein. Sieht die Kissen auf dem Boden und ist frustriert. Schaut auf den Fernseher, der Fernseher läuft, man hört ein Hockeyspiel. Sie nimmt die Fernbedienung und schaltet den Fernseher aus:
TV - Geräusch Hockeyspiel aus

Sie schaut auf die Uhr. Sie legt die Fernbedienung auf Stefans Brust und wendet sich um zum Gehen. Davon wird er wach.


Stefan:      Wohin gehst du?  

Paula:     Ins Bett.

Stefan:     Wie spät ist es ?

Paula:     Viertel nach elf. Gute Nacht. (Gibt ihm einen flüchtigen Kuß)

Stefan:     Es ist schon wieder eine ganze Weile her, seit wir zusammen .....

Paula:     (Versteht ihn aber absichtlich falsch) Ja, na ja, nach siebzehn Stunden bin ich     
 fällig fürs Bett.

Stefan:     Nein, ich meine doch..... Du weißt schon.

Paula:     Ich muß ins Bett.     

Stefan:     Ich komme auch.

Paula:     Ich werde schon  schlafen.

Stefan:     Ich wecke Dich auf !

Paula:     Bitte nicht!

Stefan:     Ach, Paula, was ist denn los mit dir?

Paula:        Mit mir ?

Stefan:     Ja, ich will doch nur mit meiner Frau schlafen und ..

Paula:     Ach so, das möchtest du. Mit deiner Frau schlafen? Und ich dachte,
du suchst nur irgendwas, was du während der Halbzeit machen kannst.

Stefan:     Nein, bei Hockey gibt es keine Halbzeit.

Paula:     Argh!

Stefan:        Paula, deine Überempfindlichkeit nervt mich langsam....

Paula        Und mich nervt langsam, daß ich immer nur der aller letzte Gedanke deines                 Tages bin und ein Heilmittel gegen deine Schlaflosigkeit.


Stefan:     (Scherzhaft) Nein,  du bist kein Mittel gegen meine Schlaflosigkeit!


Paula:     Aber das ist wahrscheinlich der einzige Zeitpunkt am Tag, an dem du an mich                 denkst oder an mir interessiert bist.

Stefan:     Und somit wären wir wieder bei unserem Lieblingsthema:  ich sollte mich ändern...

Paula:     Du kommst heim, ißt zu Abend, und dann parkst du dich
auf die Couch für den Rest des Abends und schaltest zwischen den Nachrichten und der Sportschau hin und her. Den ganzen Abend sagst du nicht ein sinnvolles Wort zu mir. Du redest nicht mit mir!

Stefan:     (Halb kapituliert) Hmm... Also, was soll ich machen?  

Paula:     Stefan, du weißt ganz genau was ich meine....

Stefan:     Gut, Ok,  Du möchtest reden, also reden wir.

Paula:     Ich möchte nicht reden.

Stefan:     Aber du hast doch gesagt, daß  ...

Paula:     Stefan, ich möchte einfach, daß du.... daß du mich zur Kenntnis
nimmst, daß ich das Gefühl habe, etwas Besonderes zu sein, wichtig zu sein.

Stefan:     Oh, du willst, daß ich dir Komplimente mache. Ich dachte, das macht man nur vor
der Ehe, wenn man verlobt ist.

Paula:        ...........

Stefan:        Ich mein' das nicht so, Paula, komm schon. (Er will sie umarmen)

Paula:     Nein. Du willst mich, und ich hab' dir ja eben gesagt, wie du mich kriegst.

Stefan:     (Pause.) ja.. ich kann nicht auf Befehl mit Dir reden, Komplimente machen,
wenn du mich so anstarrst.

Paula:         (Also, was soll ich tun?) Ich kann ja ins Nebenzimmer gehen.

Stefan:     Na ja ..

Paula:     Vergiß es. (Schickt sich an zu gehen.)


Stefan:     (Schneidet ihr den Weg ab) Nein, Okay...Nein.. Moment. Gib mir eine Minute.
Es ist einfach schon so lange her, daß ich dir den Hof gemacht habe. (Pause)
Laß es uns gemütlich machen. (Sie setzt sich) Du, äh, siehst .. hübsch aus .. heute abend. (Mühsam) dein Nachtkleid, dein Pyjama Toll - tolle Qualität. Hose paßt genau zum Oberteil. Deine Schminke sieht .....gut aus!  Dein Haar riecht super!  Deine Haut fühlt sich zart an. Du siehst.... gut aus.   Na, wie bin ich ?

Paula:     Toll... Als ob ich auf dem Sklavenmarkt  wäre!

Stefan:     Warum, was hab' ich denn jetzt wieder falsch gemacht?

Paula:     Stefan, bitte, wir haben schon so oft darüber gesprochen.   
Du bist doch nicht geistig zurückgeblieben. Jedenfalls warst du es nicht, bevor wir geheiratet haben.

Stefan:     Paula, ich habe mein Bestes gegeben. . Tut mir leid ich kann nicht einfach so ......

Paula:     (Wütend) Ich kann nicht einfach so umschalten. Und ich will auch nicht.
Ich möchte, daß du dich für mich interessierst, daß du dir Zeit für mich nimmst.
Ich möchte nicht nur der letzte Gedanke deines Tages sein.

Stefan:     Ich hab' dir doch schon gesagt, daß....

Paula:        Ja, jetzt - um viertel nach elf. Ich bin wütend, wenn ich "ja" sage, und ich fühle
mich schuldig, wenn ich "nein" sage.
(Pause) Aber am meisten fühle ich mich verletzt. (Sie weint, er will sie in den Arm
nehmen) Faß mich nicht an. Du nimmst mich immer nur in den Arm, wenn Du das eine willst....
 
Stefan:     (Lange Pause. Dann sehr ehrlich.) Liebling, es tut mir leid. (Pause. Dann zögernd)
 Wie war deine Arbeit heute?

Paula:     (Distanziert) Ganz gut.

Stefan:     (Pause) Hast du die Dokumente fertig gekriegt? Ich meine, woran hast du denn gearbeitet?

Paula:     (Immer noch etwas distanziert) An einem Entwurf für Paul Müller.

Stefan:     Und wie lief's?

Paula:     Er hat ihn angenommen.

Stefan:     Toll!

Paula:     Ja. (Erwärmt sich langsam) Ich war echt froh.

Stefan:     Und es scheint, Du hast mit Babsy geredet?

Paula:     Ja, ich habe sie schließlich davon überzeugen können,
daß eine halbe Stunde Fernseher genügt.

Stefan:     Wo wir gerade von unserer Tochter sprechen....was meinst du, glaubst du......

Paula:       Danke

Stefan:     Danke? Wofür? ?

Paula:     Für deine Anteilnahme.

Stefan:     Ja...ich... ich lerne einfach langsam, schließlich sind  es erst neun Jahre.
Paula, (Sie schaut ihn an) Ich liebe dich.  

Paula:      Ich liebe dich auch.

        (Er legt seinen Kopf an ihren Kopf)


Licht blendet aus.


Requisitenliste:
Fernbedienung,  Couch,  schwarze Schuhe am Boden. Ca. 8 Kissen
Stephan: Schick angezogen, Krawatte offen, schöne Uhr. dunkle Hose
Paula: Seiden- Nachtkleid

Spielzeit ca. 6min. 50 sek.