Eva-Maria Admiral und Eric Wehrlin

Vielleicht Irgendwann

 

Ort: Parkbank vor einer Kirche. Ein Mitarbeiter einer Gemeinde spricht vor der Gemeinde eine Frau an, die etwas ruhe sucht. Eine Frau, die nach mehr sinn, gültige Antworten für das leben Sucht. 

Thematik:

 

Themen:                Mission, Heilung, Gemeine, Auseinandersetzung mit Gott, Beruf, Lebenssinn und Lebensziel, Licht in eine orientierungslose Welt.

Schauspieler:      2

Dauer (Min):         7


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Vielleicht irgendwann



Ein Mitarbeiter einer Gemeinde spricht vor der Gemeinde eine Frau an, die etwas Ruhe sucht. Eine Frau, die nach mehr Sinn, gültige Antworten für das leben sucht.  
   
Ort: Parkbank vor einer Kirche
2 Schauspieler, 7 Min.
2 Personen, M = Michaela,   R= Reinhard


Michaela sitzt auf einer Parkbank, vor einer Kirche. Im Hintergrund sieht man die Stufen zur Kirche. Auf der Seite ist ein Parkplatz.
Es ist Abend. Man hört 2 bis 3 Mal ein vorbeifahrendes Auto, im Hintergrund hört man Grillen. (The sound of 2 or 3 cars can be heard in the background, also the sound of crickets)

M hat einen Autoschlüssel in der Hand. R kommt mit der 1. Kiste vorbei , stolpert fast über die Füße von M .

Auto fährt vorbei. (13) (a car drives by)
R: Oh, Entschuldigung.
M: Kein Problem.
R geht zum Auto. M. bleibt allein zurück, sitzt auf der Bank. R holt die nächste Kiste. Auto fährt vorbei. (13) (a car drives by)

Beim Zurückkommen bricht der Boden durch, alles fällt auf den Boden.
R: Oh nein.
M: Oh nein.. soll Ich Ihnen helfen?
R: Sehr nett, danke nein, aber das geht leider nicht. Die Noten und CDs sind nach einem ganz speziellen System geordnet ... da muß ich selbst aufpassen, dass ich nichts durcheinander bringe, so gut es geht.
M: Dann kann ich Ihnen nicht helfen?
R: Nein danke, es sei denn Sie können singen.
M: Singen?
R. Ja, ich bin der Chorleiter hier in der Gemeinde. Gerade auf der Suche nach weiblichen Altstimmen.
M: Ich bin keine besonders gute Sängerin.
R: Das  macht nichts. Heute abend hatten wir mit unserem Chor eine Jubiläumsfeier. Ein paar von unseren Sopranistinnen können echt gut backen. Mit jedem Bissen, den ich esse, klingen ihre Stimmen märchenhafter... möchten Sie mal kosten? Hier, von meiner Frau, Hausgemacht. (Er kramt eine Alufolie hervor und isst dann selbst)
M: Nein danke.  (Pause) Klingt so, als ob Sie viel Spaß zusammen hätten.
R: Ja, doch. Auch wenn ich diese Feiern nicht so gern in unserer Kirche mache. Ich muß dann immer Mädchen für alles spielen.
M: Klingt so, als ob Sie ziemlich beschäftigt wären.
R: JA (Pause) Womit sind Sie denn beschäftigt?
M: Naja, mit dem üblichen, Beruf, Familie ..
R: Wieviele Kinder haben Sie ?
M: Eine Tochter, sie ist 6 Jahre . Sie singt leidenschaftlich gerne....
R: Oh, wirklich...?
M:  Das würde ihr bestimmt gefallen, sie ist ein kleiner Tausendsassa. Mein Mann ist verliebt in sie.
R : Klingt, als ob sie eine nette Familie hätten.
M: Ja, meine Familie ist wirklich toll.
R:  Und,  was machen Sie beruflich??
M: Ich bin Immobilienmaklerin.
R. Und, macht  Spaß?
M. Ja, sehr. Ich arbeite seit 8 Jahren für diese Firma
R: Das ist eine lange Zeit heutzutage.
M: Es ist ein sehr guter Job.

Auto fährt vorbei.....(13). (a car drives by)


R:(Pause ) Und..... was hat Sie dann heut aus dem Auto getrieben?
M: Wie bitte ?
R: Ich habe Sie in den letzten Wochen ein paar Mal hier im Auto sitzen sehen... ich frage mich nur, warum Sie diesmal ausgestiegen sind.
M: (etwas unwohl)  Ich habe nicht gemerkt, dass mich jemand beobachtet hat.
R:  Nein....  nach der Chorprobe, als ich  hier zugesperrt habe, hab ich Sie ein paar mal  gesehen.. Da erste Mal dachte  ich, Sie  warten auf jemanden. Aber nach einiger Zeit wurde mir klar, dass Sie einfach nur so  ..... das Terrain sondieren.
M: Das Terrain sondieren? So würden Sie das nennen. (geht ein paar Schritte weg)
R: Ja , wie würden Sie es nennen?
M:Ich weiß nicht, vielleicht meinen Frust ablassen.
R: Wo steckt denn Ihr Problem?
M: Genau das ist das Problem. (ringt nach Worten) Irgend etwas stimmt nicht, aber ich weiß nicht was. Mein Boss sagt, ich soll einfach mal Urlaub machen. Mein Mann denkt,  ich bin emotional und meine Freunde denken, dass ich das Leben zu schwer nehme.
R: Und was denken Sie?
M: Ich ? Ich glaube, ich denke zuviel. (Pause) Ich denke, dass meine Ehe eigentlich o.k. ist. Ich habe einen Job, zu dem ich mich nicht jeden Tag hinzwingen muss. Ich habe ein Haus mit 5 Zimmern, ich habe 2 Autos, einen Dackel und 3 Goldfische. Das Leben ist perfekt.
R: Klingt gut.
M:  Ja, warum fahre ich dann nachts um 21 Uhr in der Gegend herum und rede mit einem völlig fremden Menschen? (Pause) Irgend etwas fehlt. Ich hab das Gefühl, als ob ich etwas verpasst hätte, aber ich weiß nicht, was es sein könnte. Und ich habe das Gefühl, als ob mir die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt.
Und das ständige Nachdenken macht mich  krank
Tut mir leid, ich weiß nicht, warum ich das alles erzähle.
R : Nein, kein Problem, ich hab Zeit.
M:  (kämpft mit sich und den Worten) Es ist, als ob.... als ob ich in einem Zimmer sitze und das Licht langsam schwächer wird, als ob ich blind werde.. Und ich habe das Gefühl, dass es bald zu spät sein könnte. Ich werde bald nicht mehr sehen können, aber ich kann nichts dagegen tun, ich kann das Problem nicht lösen. Und dann gehe ich raus, setzte mich in mein Auto und fahre durch die Gegend. Und manchmal lande ich hier.
R: Und was passiert, wenn Sie hier landen?
M : Ich sitze einfach da. Im Auto oder hier. Ich warte darauf, dass die Dinge klarer werden, oder ich klarer sehe, was das alles soll.
R: Waren Sie schon mal da drinnen?
M: Nein, das ist es ja. Ich hab keine Ahnung, warum es mich immer wieder hierher zieht. Ich bin kein...... ich meine, ich bin nicht..... religiös. Ich gehe nicht zur Kirche. Ich war seit der dritten Klasse nicht mehr in der Kirche. Außer bei Hochzeiten.
R: Aber jetzt sitzen Sie hier....
M: Ja, naja, wie ich sagte, zur Zeit macht nichts mehr einen Sinn.
(Pause) Nun,.. ich sollte langsam gehen......
R: Falls Sie mal zu einem Gottesdienst kommen wollen.....ich und meine Frau,  meine Familie, sitzen immer an der Ecke links vorne. Dort versuche ich, meine Probleme zu lösen.
M: Und, lösen Sie's?
R.  Ja, manchmal........ nach einer gewissen Zeit.
M: Vielleicht komme ich irgendwann.
R: Wir  würden uns freuen.
M Ich sollte jetzt gehen.
R. Ja, ich muss auch los. Meine Frau macht sich sicher schon Sorgen. Sie glaubt immer gleich, ich hätte einen Autounfall, wenn ich in der Nacht nicht pünktlich nach Hause komme. Also, gute Nacht.
M: Gute Nacht, danke fürs Zuhören.
R. Gern geschehen. (wendet sich zum Gehen) Übrigens, Sie können immer gerne hierher kommen, wenn Sie möchten.
M: Danke.
R: Wiedersehen.
M:  Wiedersehen!
M bleibt alleine auf der Bank zurück und denkt.

Auto fährt weg.(11) ( the car drives away)
(as M stays on the bench on the stage, a song,should be played as the Ligth slowly fades out )

Nun wird die Musik eingespielt, etwa 50- 60 Sekunden, je nach Gefühl. (Die Musik kann auch noch laufen, wenn Evamaria schon von der Bühne abgegangen ist, und die andere nächste Person auf die Bühne geht.

(Die Szene sollte jetzt nicht enden! Sondern es sollte jetzt ein passendes Lied  kommen, währenddem man M.. die ganze Zeit alleine auf der Bank sitzen sieht, Licht: LANGSAM nach etwa 40 Sekunden weg, langsames fade out